Anton Flettner

Anton Flettner Anton Flettner (01.11.1885 – 29.12.1961), am 1. November 1885 in Eddersheim am Main geboren. Seine Freizeit verbrachte er in erster Linie mit dem Studium der Technik, Mechanik, Physik und der Strömungslehre. Durch Herrn Josef Schmidt, einem Freund seines Vaters, bekam er die Zulassung zum Lehrerseminar in Fulda. Sein dortiger Prorektor war von den Erfindungen des Anton Flettner, die dieser während seiner Freizeit betrieb, derart begeistert, dass er einen detaillierten Bericht zu Prinz Heinrich von Preussen schickte. Mit zwanzig Jahren entwickelte er eine Funkfernbedienung für einen gepanzertes Fahrzeug des Heeres und legte dem Reichsmarineamt seine Erfindung – eines durch Funksignale lenkbares Torpedogeschosses – vor. Flettner erhielt jedoch eine Ablehnung, weil man an ein schnelles Ende des Krieges glaubte und deshalb davon ausging, seine Erfindung nicht zu benötigen.

Der Name Anton Flettners ist mit einer Reihe grundlegender aerodynamischer Forschungsarbeiten verbunden. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg konstruierte er einen Schiffsantrieb, welcher die Windkraft, anstatt durch Segel durch riesige Rotorwalzen ausnutzte – den Flettner-Rotor. Ebenfalls von ihm stammt das Flettner-Hilfsruder, welches in zahlreichen Flugzeug- und Schiffskonstruktionen Verwendung findet.

Erst nach dem 1.Weltkrieg eröffnete sich Flettnerr die Möglichkeit, vollständig auf das Gebiet der Technik umzusteigen. Im Zuge seiner Versuche bezüglich eines ‘starren Segels’ war die Versuchsanstalt in Göttingen eine seiner ersten Stationen. Wenig später trat er mit einem damals aufsehenerregenden Versuch eines neuartigen Schiffsantriebes an die Öffentlichkeit. In den Jahren zwischen 1922 und 1926 experimentierte die von ihm gegründete Flettner-Gesellschaft mit großen, rotierenden Zylindern zur Ausnutzung des Magnuseffektes. Die Krupp-Germania-Werft in Kiel hatte zur Erprobung der Wirksamkeit des Rotorprinzips ein älteres Segelschiff, die ‘Buckau’, zur Verfügung gestellt und die gesamte Takelage entfernt. Statt dessen erhielt die ‘Buckau’ zwei 15 m hohe, schornsteinähnliche Stahlblechzylinder, die senkrecht auf dem Vor- und Hinterschiff montiert waren. Dem folgte 1926 der Bau des Rotorschiffes ‘Barbara’ im Auftrag der Reichsmarine. Die Idee des Rotorschiffes brachte Flettner aber letztendlich keine wirtschaftlichen Erfolge und 1927 verließ Flettner dieses Gebiet und wendete sich der Luftfahrt zu.

Durch die Schaffung eines Drehflügelflugzeuges wollte er der Luftfahrt neue Impulse geben. Seine ersten Versuche schlugen fehl und es dauerte acht Jahre, bis sich Flettner behaupten konnte. In der Zwischenzeit entstand die Erfindung, die Flettners Namen über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt machte: das Flettner-Ruder. Der Name Flettners tauchte erst 1935 wieder verstärkt in der Luftfahrt auf. Das Oberkommando der Marine interessierte sich für die Verwendung von Drehflügelflugzeugen auf Kreuzern und unterstützte Flettners Pläne sehr intensiv. Seine erste Konstruktion, die Fl 184, zeigte noch gewisse Merkmale, die an la Ciervas Autogiro erinnerten, aber bereits die Fl 185 war als Hubschrauber ein Beispiel eigener Konzeption. Diese Maschine war der erste Hubschrauber mit Drehmomentausgleich, durch kleine Propeller an den Auslegern. 1938 begann Flettner, im Team mit Dr. Kurt Hohenemser und Dr. Ing. Sissingh, mit der Konstruktion eines Hubschraubers, dessen Rotoren gegenläufig ineinanderkämmend über der Kabine montiert waren und neben dieser geschickten ( wenn auch komplizierten ) Lösung des Drehmomentausgleiches erstmalig die automatische Umschaltung vom Hubschrauber- auf Tragschrauberflug ermöglichten. Diese Umschaltung war seit je schon das Kriterium des Hubschraubers gewesen, der bei Ausfall des Triebwerkes nicht mehr flugfähig war. Anton Flettner folgte 1947 einer Einladung in die USA und blieb dort. Dort eröffnete man ihm einen neuen Wirkungsbereich im Hubschrauberbau. Als Chefkonstrukteur der Firma Kaman entwickelte Flettner eine Anzahl moderner Maschinen, deren Serienbau noch heute läuft und alle weisen sie die unverkennbare Handschrift Anton Flettners auf. 1958 schied er aus und gründete eine eigene Gesellschaft, die Flettner Aircraft Corporation, in New York, in der seine Forschungsarbeit nach wie vor dem sicheren Großhubschrauber galt. Nach einem Leben, das reich an Fehlschlägen und arm an Höhepunkten war, verstarb er am 29. November 1961 in einem New Yorker Krankenhaus im Alter von 76 Jahren.

Flettners Hubschrauber FL 184

 

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